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Geschichte von Karlsruhe
Geschichtliches über Karlsruhe
Stadtgeschichte
Am 17. Juni 1715 wurde der Grundstein für das neue Residenzschloss, und gleichzeitig der Stadt Karlsruhe, des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach gelegt. Die neun südlich angelegten Alleen bildeten das Gebiet von Karlsruhe. Die anderen Alleen endeten in den umliegenden Orten der Hardt. In Karlsruhe entstand eine absolutistische Stadtgründung, die durch den Grundriss und die Bebauung zustande kam. Das Schloss sollte auf drei Ebenen gebaut werden und die Bürgerhäuser auf einem Geschoss. Unter den deutschen Residenzen galt Karlsruhe als eine Idealstadt.
Karlsruhe im 18. Jahrhundert
Fast 2.000 Menschen lebten bereits 1719 in Karlsruhe und die Stadt wuchs ständig weiter. Der Grund für das rasante Wachstum der Stadt waren die großzügigen Bedingungen für die Aufnahme neuer Bürger. Zum ersten Mal wurden Freiheiten verbrieft, die es so in keiner anderen Residenzstadt gab. Jeder Bürger erhielt das Recht seiner eigenen Religion nachzugehen, solange diese im Reich toleriert wurde. Des Weiteren wurden die Freiheiten in Bezug auf Frondienste und Leibeigenschaft ausgedehnt, es gab eine Steuerfreiheit und einen Bauplatz sowie Baumaterial für jeden Neubürger. Weiterhin wurden die bürgerliche Gerichtsbarkeit gewährt und ein Anhörungs- sowie Vorschlagsrecht für jeden Bürger.
Dieser Privilegienbrief wurde als Druckschrift weit verbreitet, vor allem auch außerhalb von Baden und der Brief erschien sogar in französischen Zeitungen. Die neuen Bewohner von Karlsruhe kamen aus Orten, die mehr als 100 Kilometer entfernt lagen. Bis zu 50 Prozent der in Karlsruhe lebenden Menschen kamen aus weit entfernten Gegenden und rund 18 Prozent kamen gar aus dem Ausland, wie aus Polen, Italien, der Schweiz und Frankreich.
Nach den anfänglichen Erfolgen entwickelte sich das Ansteigen der Bewohner wieder bedeutend langsamer. Um 1750 wurden gerade einmal 2.500 Einwohner gezählt. Der Enkel des einstigen Gründers, Markgraf Karl Friedrich trat nach einem vormundschaftlichen Interregnum die Nachfolge 1746 an und übte seine Regentschaft zum Vorteil von Karlsruhe bis 1811 aus. Während der Regierungszeit von Karl Friedrich wurden das Unterrichtswesen sowie die bürgerliche Rechtspflege gefördert und im Jahr 1767 wurde die Folter aufgehoben. Ebenfalls wurde 1783 die Leibeigenschaft abgeschafft und 1806 den jüdischen Bewohnern der Weg in die Emanzipation gewiesen. Es wurden unter der Regentschaft von Karl Friedrich Landstraßen, Kanäle und Anlagen für landwirtschaftliche Musterbetriebe gebaut, damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verbessert wurde. Gemeinsam mit seiner Frau, Markgräfin Karoline Luise, gewann die Residenz immer mehr den Ruf eines Musenhofes. Das Fürstenpaar empfing immer viele Gäste, wie zum Beispiel Wieland, Gluck, Klopstock, Goethe, Lavater, Herder und Voltaire. In Karlsruhe herrschte zu dieser Zeit eine geistige Freiheit, wie es eigentlich den Traditionen der Region des Oberrheins entsprach.
Karlsruhe im 19. Jahrhundert
Ab 1806 war Karlsruhe die Residenz von den badischen Großherzögen. Die badische Verfassung wurde 1818 von Großherzog Carl erlassen, die zu dieser Zeit sehr liberal war. Bereits vier Jahre später wurde das erste Parlamentsgebäude auf deutschen Boden gebaut. Das Polytechnikum wurde 1825 gegründet und ist die heutige Universität Karlsruhe. Die erste freiwillige Feierwehr entstand im Ortsteil Durlach 1846.
Großherzog Leopold flüchtet im Zuge der Badischen Revolution im Mai 1849 nach Koblenz. Bis die Aufständischen durch Truppen der Preußen im Juli niedergeschlagen wurden, war Baden eine Republik. 1863/64 wurde ein Meilenstein gelegt, zustande kam dies durch das erste deutsche Verwaltungsgericht. Erstmalig bestand die Möglichkeit, die verbrieften Rechte der Bürger gegen Rechtsverstöße des Staates einzuklagen. Es wurden aus den Untertanen Bürger gemacht.
Im Januar 1877 fuhr die erste Straßenbahn durch Karlsruhe, die von Pferden gezogen wurde. Das erste Deutsche Mädchengymnasium wurde am 16. September 1893 in der Stadt eröffnet.
Karlsruhe im 20. Jahrhundert
Mehr als 100.000 Menschen lebten 1901 in der Stadt und Karlsruhe wurde zur Großstadt. Im Laufe der Jahre wurden einige Nachbargemeinden eingegliedert oder eingemeindet. Karlsruhe war in der Zeit von 1918, nach der Novemberrevolution, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Hauptstadt des Freistaates Baden. Die Stadt war der Sitz des Landeskommissärbezirkes Karlsruhe. Das mittlerweile eroberte Elsaß, sowie Baden stellten gemeinsam das in Planung befindliche Reichsgau Oberrhein, dessen Hauptstadt Karlsruhe werden sollte, dar. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg zum Gau Baden-Elsaß vereinigt. Die Juden aus Karlsruhe wurden bei der Wagner-Bürckel-Aktion mit allen anderen Juden aus dem Gau in das Lager Camp de Gurs deportiert. Ebenfalls wurden im Mai 1940 die ansässigen Familien der Roma und Sinti vom Polizeipräsidium am Marktplatz nach Auschwitz verschleppt.
Nach Kriegsende wurde die Stadt dem Bundesland Württemberg-Baden zugeordnet. 1952 wurde das Bundesland Baden-Württemberg geschaffen und seitdem gehört Karlsruhe dazu. Seit dieser Zeit hat sich Karlsruhe zu einer großen Metropole entwickelt. Zum ersten Mal fand 1967 die Bundesgartenschau in Baden-Württemberg statt und zwar in Karlsruhe.
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